Methode

Drucken

Unsere Forschung ist qualitativ angelegt, das heißt es geht nicht um die Masse und Repräsentativität der Informationen im Sinne quantitativer Forschung, sondern darum Deutungs- und Handlungsmuster der Akteur*innen im Feld zu rekonstruieren, um für das „Neue im Untersuchten, das Unbekannte im scheinbar Bekannten offen zu sein“ (Flick/von Kardorff/Steinke 2013: 17). 


Schreiben BraunHenningWie wir die Daten erhoben haben? Um den Alltag von Trans*Personen zu begleiten eignen sich ethnografische Zugänge sehr gut, da sie uns als Forscherinnen erlauben nah an der untersuchten Lebenswirklichkeit dran zu sein. Wir bedienten uns der Methode des ethnographischen Interviews nach Spradley (1979). Bei diesem geht es darum, sich Informanten/Infomantinnen aus dem Forschungsfeld via Samplingverfahren zu suchen und mit diesem/diesen eine Art „freundliches Gespräch“ (Spradley 1979: 55) zu führen (ebd.). Über diese gelangt man an subjektive Informationen, die uns als Forscher*innen die Möglichkeit geben das Forschungsfeld besser zu verstehen. Wichtig ist dabei, dass wir den Aussagewert der Forschung reflektieren. Wir können sagen, dass die Handlungs- und Deutungsmuster vorkommen, aber nicht wie häufig. So wollen wir hier keine allgemeinen Äußerungen über Trans*Personen ausgehend von unser Forschung treffen, sondern gerade auf die Unterschiedlichkeit und die Bandbreite vom Fremdwerden/-sein bedingt durch den strukturellen Rahmen verweisen.

Wie wir die Daten ausgewertet haben? In Anlehnung an die „Grounded Theory“ (Glaser/Strauss 1996) haben wir die Informationen in Form von Daten, die als Protokolle festgehalten wurden, ausgewertet. Dabei geht es primär darum, dass die Theorie aus den Daten herausgearbeitet wird. Hierfür benötigt es die Interpretation der Daten, um zu einem verlässlichen Aussagesystem zu dem Gegenstand zu kommen (ebd.). Basierend auf dem Kodierverfahren der Grounded Theory: offenes Kodieren, axiales Kodieren und selektives Kodieren haben wir unsere Daten ausgewertet (ebd.). Dadurch ließen sich in den Kategorien verschiedene Dimensionen von Fremdheitskonstruktionen ausmachen (ebd.). Über die ethnografischen Protokolle hinweg zeigen sich entlang der Schlüsselkategorien Gemeinsamkeiten und Unterschiede bzgl. der Fremdheit zwischen Sein und Werden. Bereits hier kann gesagt werden, dass es die Erfahrung von dem*der Transsexuellen nicht gibt, sondern diese durch unterschiedliche Eingebundenheiten ganz vielfältig sind. Allerdings wird die heteronormative Verfasstheit, in dessen Bezug sie sich setzten (wollen/sollen/müssen), über alle Protokolle sichtbar. 

 

Bildquelle: Franziska J. Braun