Perspektive

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Um die Herstellung von Fremdheit im Gericht zu untersuchen, stützt sich unsere Forschung auf den erweiterten Ansatz des doing strangeness im Anschluss des doing difference-Ansatzes von West und Fenstermaker (1995). Zentrale Annahme ist, dass durch aktives alltägliches Tun Fremdheit entlang unterschiedlicher Dimensionen sozialer Differenzierung, wie Alter, Geschlecht, Race u. a. gemacht wird. Der doing-Ansatz beschreibt schlicht, dass etwas durch das Tun hergestellt wird. Unterschiede sind nicht, sondern sie werden. Somit kreieren Personen ausgehend von ihrem juristischen Kontext Unterschiede, die sich in den Interaktionen – Mimiken, Gestiken etc. - ausdrücken und  im Allgemeinen nicht so präsent waren. Der Ansatz erlaubt uns herauszuarbeiten, welche Dimensionen zentral sind bei der Herstellung von Fremdheit in Wechselwirkung mit anderen Dimensionen (West/Fenstermaker 1995). Genau diese Denkweise von West und Fenstermaker (1995) ist für unsere Forschung grundlegend. Wir fragen nach der Dynamik dieser Dimensionen unter dem Dach der Fremdheit innerhalb des Gerichts, um zu verstehen wie diese miteinander agieren. Was und wer ist der/die/das Fremde im Gericht und welche Dimensionen sind dabei in ihrer Wechselwirkung von Gewicht?