Einleitung

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pixabayWer in den letzten Wochen einen Blick in die Tageszeitungen geworfen hat, wird unweigerlich Zeuge großangelegter Schlagzeilen zur Polizeikritik. Einen erneuten Höhepunkt erreichte die Berichterstattung am Anfang des Monats. In den USA kam der Afroamerikaner George Floyd gewaltsam durch einen Polizisten zu Tode.

Kein Einzelfall, auch in Deutschland lassen sich viele Beispiele für Kritik an der Polizei und ihrer Arbeit finden. Eines der bekanntesten Beispiele ist die gewaltbereite Polizeiarbeit anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg im Sommer 2017. Auch das Jahr 2020 begann mit massiven Ausschreitungen zwischen Beamt*innen und Zivilist*innen im Leipziger Stadtteil Connewitz in der Silvesternacht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes gegen Unbekannt. Der Fall löste eine hitzige Debatte in den Medien und der Politik aus.

Emotional aufgeladen wird über die Polizeipraktiken diskutiert. Nicht selten wird die Polizeiarbeit in den Debatten - Schlagzeilen in den Medien verweisen darauf – problematisiert (Stichwort „Racial Profiling“ siehe dazu Wa Baile et al. 2019).  Die Stadt Minneapolis überlegt aufgrund der aktuellen Geschehnisse die Polizei der Stadt als Konsequenz abzuschaffen, was in den Diskussionen in Deutschland einerseits begrüßt und andererseits abgelehnt wird. Skizziert wird die Polizei in diesen Kontexten häufig als bedrohlich und gefährlich und nicht als schützend und helfend.

Vor diesem Hintergrund fragt unsere ethnografisch ausgerichtete qualitative Praxis-Forschung danach, ob die Polizei vom ‚Freund und Helfer‘ zum Fremden im eignen Revier wird, indem die Forscher*innen dieser Untersuchung ethnografisch in die Polizeiarbeit eintaucht und danach fragt, welche Bedeutung Fremdheit im alltäglichen Handlungsvollzug der Polizei hat.

 

Bildquelle: Bild von StockSnap auf Pixabay